Giersch / Tag 1

Giersch

Aegopodium Podagraria

Andere Namen: Geißfuß / Geißblatt, Dreiblatt.

Bei meiner Recherche über die Gierschwurzel habe ich wenige Einträge gefunden. Hauptsächlich geht es um die dauerhafte Entfernung aus dem Garten. Giersch gilt als lästiges Unkraut, das sich nicht im Zaum halten lässt. Selbst mühsames Ausbuddeln sämtlicher Rhizome führt nicht zum Erfolg; steckt noch ein kleines Teil der Wurzel im Boden, keimt kurze Zeit später eine neue Gierschpflanze auf.

Daher sollte man mit dem Giersch lieber in Frieden leben und seine positiven Eigenschaften nutzen: als Heilkraut, Gemüse und Würzpflanze.

In der Gierschwurzel findet sich Falcarindiol, ein antimykotisch wirkendes Polyin. Dieses kommt auch in der Möhre vor und gibt dieser ihre Bitterkeit. Das könnte ein Grund sein, weshalb Gierschwurzel leicht nach Möhren riecht. Falcarindiol wurde in höherer Konzentration auch in der Gierschblüte entdeckt.

Ebenfalls ist ein Lectin (Glykoprotein) in der Wurzel enthalten.

Eine schwache Giftigkeit der Gierschwurzel wird angenommen.
Dennoch soll die Wurzel, im Herbst gesammelt, „faules Fieber“ heilen. Faulfieber ist eine historische Erkrankung die nach dem Genuss von verdorbenem Essen und Getränken entstand und einen fauligen Geschmack im Mund hervorrief.

Zusätzlich werden getrocknete Wurzeln als Badezugabe empfohlen und zerquetschte Wurzeln als Auflage bei Ischias, Gicht und Rheuma.

Quellen

Falcarinodol in der Wurzel von Aegopodium podagraria (englisch).
PubMed.gov

Neuw Kreuterbuch von Jacobus Theodorus, 1588. Seite 301.
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Der neue Kosmos Heilpflanzenführer, Seite 82 / 1 – Gewöhnlicher Geißfuß.